Muse hat man nicht – Muse erlangt man!

Ich glaube, das uralte Gerede vom Kuss der Muse ist absoluter Blödsinn und es tut mir wirklich leid, aber es hilft keinem weiter! Wer schreiben möchte und auf eine strahlende Eingebung wartet, ist ein Trottel. Hart? Ja. Wahr? Auch.

Diagnose: SCHREIBBLOCKADE

So wie es keine Muse gibt, die einem blumige Ideen ins Ohr flüstert, so gibt es auch keine Schreibblockaden. Bevor du jetzt empört aufschreist, warte …

Wenn ich beim Schreiben an einem Punkt angelangt bin, an dem es nicht befriedigend voran und sicher nur peinlich zurück gehen kann, gibt es für mich nur eines zu tun: Zerstörung. Eine Schreibblockade ist mit einer Sackgasse vergleichbar und kann nur rückwärts verlassen werden – das führt aber zu nichts. Wer eine Geschichte zu Ende bringen will, muss nach vorne!
Also lösche ich die letzten paar (Ab-)Sätze – gehe also symbolisch einige Schritt zurück – und arbeite weiter. Mit der gewonnenen Entfernung zum Ende der Sackgasse tun sich fast zwangsläufig neue Wege auf, die ich dann nur noch gehen muss.

„WIE DU GESÄT HAST, SO WIRST DU ERNTEN.“

Kein Werk entsteht allein aus der Ideen eines Künstlers – leider. Es ist, vor allem, das Ergebnis ausdauernder Arbeit, sowohl handwerklich als auch in der Wahrnehmung. Ich kann an dieser Stelle versichern, dass man Texte anders liest, sobald man sich eine Weile mit Spannungsbögen oder Charakterentwicklung befasst hat. So spielen viele kleine Rädchen zusammen, um als Endprodukt eine ansehnliche Geschichte zu Papier zu bringen.

Natürlich gibt es die berühmten Einfälle unter der Dusche wirklich (das hat übrigens mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit darunter zu tun), aber auch diese „Ideenblitze“ entspringen nur einem Gehirn, das Kreativität gewohnt ist.

EINS NACH DEM ANDEREN

Um also gegen die Erzfeinde der Kunst anzukommen, ist geduldiges Training und viel Zeit erforderlich. Lies regelmäßig ein Buch, versuche am Tag ein Minimum an Worten zu schreiben und beschäftige dich mit den Techniken des Schreibens, den kleinen Kniffen des Handwerks, aber versprich mir eins: Geh das Ganze langsam an!

Der größte Fehler, den ich als junger Träumer gemacht habe, war mich mit Ikonen der Literatur zu vergleichen, ihren Alltag zu imitieren und spätestens nach drei Tagen resigniert aufzugeben. Es dauerte eine ganze Weile, bis mir klar wurde, dass Stephen King und ich denselben Weg gingen – nur, dass der Meister der Horrors immer 43 Jahre voraus sein würde.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass eine seichte, aber konsequente Erhöhung des Stellenwerts dieser Dinge langfristig zum zufriedenstellendsten Ergebnis führt. Auf jeden Fall sollte man aber Frustration vermeiden, und die kommt meist, wenn man sich selbst (noch!) zu viel zumutet.

Ein Gedanke zu “Muse hat man nicht – Muse erlangt man!

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